Corona-Info-Service bietet Hilfestellungen im neuen Wohnhausalltag

Florian Blumenhagen freut sich über einen Tablet-Computer, überreicht von Lena Buhrmann, Assistenzteamleitung Tagesförderstätte Trebiz - Foto: Axel Nordmeier

Seit Mitte März sorgt die Corona-Pandemie für einen veränderten Alltag. Das gilt auch für das Leben in den Wohn- und Assistenzangeboten der alsterdorf assistenz ost.

Im Wohnhaus Hinterm Graben in Hamburg-Bergedorf leben 33 Menschen mit Behinderung im Alter von Anfang zwanzig bis ins Seniorenalter. Für sie hat sich der Alltag merklich verändert: Die Tagesförderstätten sind geschlossen, alle bleiben zu Hause, es gilt, neue Hygiene- und Abstandsregeln zu befolgen, und Besuche im Haus sind ebenfalls nicht mehr erlaubt. „Das stellt Klient*innen und Mitarbeiter*innen vor neue Herausforderungen“, berichtet Assistenzteamleitung Julian Mellentin.

“Im Kontakt zu bleiben ist jetzt besonders wichtig”

Um die Klient*innen in dieser Situation besser unterstützen zu können, haben die Mitarbeiter*innen gemeinsam mit Lena Buhrmann, der Assistenzteamleiterin der zurzeit geschlossenen Tagesförderstätte Trebiz, den Corona-Info-Service eingerichtet. So ist auch der 30-jährige Florian froh über die Unterstützung. „Ich bin blind und Lena hilft mir sehr bei der Informationsbeschaffung über Corona“, sagt der Musiker.

Handwerkliches Geschick ist gefragt – Foto: Axel Nordmeier

Zusätzlich wurde ein Tagesstruktur-Service etabliert. Mitarbeitende aus der Tagesförderstätte arbeiten nun im Wohnhaus und bieten dort individuelle Assistenz an. Sie beantworten Fragen zum Coronavirus, schauen gemeinsam Info-Filme auf dem Tablet-PC oder hören Podcasts. Angebote wie Basteln oder Spaziergänge helfen, den Tag zu strukturieren. Auch beim Kontakthalten mit Freund*innen und Angehörigen über Telefon und Videoanrufe unterstützt das Team – und baut so eine Brücke nach draußen. „Im Kontakt zu bleiben ist jetzt während der Besuchssperre besonders wichtig“, weiß auch Lena Buhrmann. Und so freut sich auch Florian schon jetzt auf das gemeinsame Musizieren mit seiner Band – wenn die coronabedingten Kontaktbeschränkungen wieder aufgehoben sind.

Willkommener Ausflug in die Fußgängerzone in Bergedorf – Foto: Axel Nordmeier

Um die so wichtigen Kontakte zu Angehörigen und Freunden aufrecht erhalten zu können, und auch nicht sprechenden Klient*innen durch Videotelefonie die Möglichkeit des Kontakthaltens geben zu können, werden weitere Tablet-PCs benötigt. Sie helfen darüber hinaus dabei, Informationen zur Corona-Pandemie über Filme und Podcasts zu vermitteln. Auch für die Zeit nach Corona sind die Tablet-PCs durch spezielle Apps zur Nutzung und Anwendung „Unterstützter Kommunikation“ ein wichtiges Werkzeug, um den Alltag für Menschen mit Behinderung barrierefreier zu gestalten.
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Corona-Hilfsfonds der Ev. Stiftung Alsterdorf

Das Coronavirus stellt uns alle vor große Herausforderungen. Um in der akuten Situation die von uns betreuten Menschen besonders schützen und unterstützen zu können, haben wir einen Corona-Hilfsfonds eingerichtet.
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